Johann Wolfgang von Goethe war nicht nur ein berühmter Dichter, er befasste sich auch mit den Farben. Seine Farbenlehre enthüllte damals schon grundlegende Entdeckungen, wie das menschliche Auge auf die Farben reagiert.

1929 entdeckte der Schweizer Kunstmaler und Pädagoge Johannes Itten im Unterricht „Harmonielehre“ einer Malklasse für Fortgeschrittene das Phänomen der „Subjektiven Farbklänge“.
Als Einleitung in die konstruktive Farbenlehre entwickelte er den zwölfteiligen Farbkreis mit den Farben 1. Ordnung gelb, blau, rot, die reine Farben sind. Durch Mischung dieser Farben entstehen die Farben 2. Ordnung orange, grün, violett. Bei den Farben 3. Ordnung werden die Farben der 1. und 2. Ordnung gemischt. So erhält man einen zwölfteiligen Farbkreis, in welchem jede Farbe ihren unverwechselbaren Platz einnimmt (Regenbogen=Spektralfarben).

Farbkreis Johannes IttenPrinzipiell gibt es von allen Farben immer eine warmtonige (mehr Gelbanteil) und eine kalttonige (mehr Blauanteil) Variante – AUSSER ORANGE. (Maisgelb = warmtonig, zitronengelb = kalttonig)

Anfang der 60er Jahre wurden Ittens Erkenntnisse an der „Fashion Academy“ in Kalifornien aufgegriffen und für die Mode-Design Branche weiterentwickelt.

Die Wirkung der Farben: Jede Farbe beeinflusst das psychische Empfinden. So wirken kalte Farben wie grün, blau, violett zurückhaltend und beruhigend, warme Farben wie rot, orange, gelb dagegen anregend.

FarbkreisDer Simultan-Kontrast ist ein optischer Komplementärkontrast. Zu einer gegebenen Farbe bildet sich im Gehirn gleichzeitig (simultan) die Gegenfarbe als Farbempfindung und überflutet eine real gegebene benachbarte Farbfläche, die sich dadurch scheinbar verändert.

Kleidet sich eine Person mit einem bläulichen Hautunterton z.B. mit der Farbe Orange, so ruft das wiederum den bläulichen Simultan-Kontrast hervor, ihre Gesichtsfarbe wirkt fahl und ungesund >daher müde und energielos.

Kleidet sich jedoch eine Person mit einem gelbstichigen Hautunterton z.B. mit einem kühlen blau, so entsteht ein gelbstichiger Simultan-Kontrast. Diese Person sieht nicht nur müde und abgespannt aus, die Hautunreinheiten und Fältchen treten stärker hervor und sie wirkt älter.